Zwei Freunde müssen sich neu bewähren

Zum „Tatort" aus Saarbrücken vom Ostermontag, 13.04.2020: "Das fleißige Lieschen“

13.04.2020, 20:15 Uhr

Adam Schürk und Leo Hölzer heißen die neuen Kommissare in Saarbrücken (v.l.: Daniel Sträßer, Vladimir Burlakov). Haben sie mehr Glück als ihr Vorgänger Jens Stellbrink (Devid Striesow)? (Foto: SR)

Neustart in Saarbrücken. Nachdem Devid Striesow wegen Unterforderung eher fluchtartig zurück nach Berlin gerollert ist, dürfen nun Vladimir Burlakov und Daniel Sträßer als Kommissare Leo Hölzer und Adam Schürk ihr Glück versuchen. Und damit wir auch gleich von der Ernsthaftigkeit des Unterfangens überzeugt werden, eiern Hendrik Hölzemann (Buch) und Christian Theede (Regie) nicht lange um das neue Duo herum, sondern legen sofort alle Karten auf den Tisch.

Denn Leo und Adam sind schon von Kindheit an ein Team. Seit der Schule, beim Streit um die Mädels und vor allem im gemeinsamen Kampf gegen Adams teuflischen Vater (Torsten Michaelis). Viel Scherz und Schmerz beim Erwachsenwerden, was dennoch mit dem Bruch und der Trennung der Freunde endet.

Erst die Versetzung von Adam ins Kommissariat von Leo nach Saarbrücken führt sie nach Jahren wieder zusammen. Den Draufgänger mit der großen Klappe und den Grübler mit dem Hundeblick. Ein Neustart mit viel Potenzial. Da ist es fast spannender, die Wiederannäherung der beiden zu beobachten, als ihren ersten gemeinsamen Fall.

Dieser dreht sich um eine schwerreiche Fabrikantenfamilie, in der der jüngere zweier Brüder in dem Moment ermordet wird, als er die Firma übernehmen soll. Doch was zunächst wie ein Erbfolgekrieg aussieht, entpuppt sich bald als vertracktes Historiendrama, das weit in die Vergangenheit zurückreicht. Bis in die Zeit von Krieg und Zwangsarbeit.

Richtig knifflig wird diese Mordgeschichte allerdings nicht. Was wohl der Zweck der Übung ist. Denn so kann Regisseur Theede leise Töne anschlagen, um das fragile Verhältnis der beiden Kommissare besser auszuloten. Und wenn wir dadurch auch schon viel über das ungleiche Duo erfahren, bleiben die Gesichter doch noch fremd und kantig genug, um uns neugierig auf die Fortsetzung zu machen. Immerhin!

Man kann es nämlich auch anders sehen: Schon wieder zwei Kripo-Typen mit düsterer Vergangenheit und voller Komplexe. Geht Krimi heute nicht mehr ohne Psycho-Pirouetten?

Ostermontag, 20.15 Uhr, ARD