Weimarer Eintopf statt Gag-Cuisine

Zum „Tatort" aus Weimar vom Sonntag, 22.09.2019: "Die harte Kern"

22.09.2019, 20:15 Uhr

Unliebsamer Besuch für das Weimarer Kripo-Team Lessing, Dorn und Stich (Christian Ulmen, Nora Tschirner, Thorsten Merten): Sonderermittlerin Eva Kern (Nina Proll, rechts) geht der Frage nach, wie Lessings Dienstwaffe zu einer Mordwaffe wurde. (Foto: MDR)

Auch das noch: Lessing (Christian Ulmen) wandert in den Bau! Weil Harald Knopp (Heiko Pinkowski), der vor 15 Jahren eine Kunstsammlerin ermordet haben soll, unverhofft mit Lessings Dienstwaffe erschossen wurde. Niemand sonst kommt an den Spind mit der Knarre. Also, kann nur das pfiffige Plappermaul der Täter sein.

Denkt zumindest die Weimarer Beamtenschaft – von Kripo-Cheffe Kurt Stich (Thorsten Merten) bis zur herbeibeorderten Sonderermittlerin Eva Kern (Nina Proll), die sich erbarmungslos in den Fall reinhängt. Für sie steht fest: Lessing muss „hängen“!

Dabei hatte dieser mit Partnerin Kira Dorn (Nora Tschirner) gerade erst den alten Knopp nach all den Jahren aufgespürt und festgenommen. Doch nach einer dubiosen Zeugenaussage von Knopps Neffen Rainer (Jan Messutat) wanderte Knopp als freier Mann aus dem Gerichtssaal.

War Lessing deshalb durchgedreht und hatte selbst für Gerechtigkeit gesorgt, wie alle glauben? Oder was war sonst schiefgelaufen? Wer ist der wahre Mörder des Mörders? Und wie kam der an Lessings Waffe?

Nun ja, wir haben zwar erneut unseren Spaß mit den Weimarer Kripo-Barden. Und auch Regisseurin Helena Hufnagel hat wohl keine Mühe, das Duo Ulmen/Tschirner wieder durch einen Fall zu scheuchen, der Raum für Gags und Situationskomik bietet (Buch: Sebastian Kutscher, Deniz Yildizi). Dennoch wirkt dieser „Tatort“ etwas hüftlahm und uninspiriert.

Vielleicht liegt es an der Verbissenheit, unbedingt mysteriös und komisch zu sein. Vielleicht dreht Regisseurin Hufnagel deshalb ein paar Ulk-Pirouetten zu viel. Vielleicht ist es aber auch schon wie in Münster mit Prahl und Liefers, wo ein Mordfall kaum noch Gegenstand des „Tatort“ ist, sondern allenfalls Vehikel für die Albernheiten des „Dreamteams“.

So gelangweilt, jedenfalls, wie Frau Tschirner diesmal in die Kamera schaut, wenn sie um sich ätzt, scheint es, dass aus der fröhlichen Krimi-Sause in Weimar mittlerweile öde Blödel-Routine geworden ist. Frische Luft, bitte!

Sonntag, 20.15 Uhr, ARD