Der seltsame Tod des Schokoladen-Barons

Zum „Tatort" aus Zürich vom Sonntag, 28.02.2021: "Schoggiläbe"

28.02.2021, 20:15 Uhr

Nichts für schwache Nerven: Die Züricher Kriminalistinnen Isabelle Grandjean und Tessa Ott (Anna Pieri Zuercher, Carol Schuler) am Tatort, wo der zerschlagene Körper des Schokoladenfabrikanten Hans-Konrad Chevalier aufgefunden wurde. (Bild: SRF)

Der zweite Fall des Züricher Kripo-Duos Isabelle Grandjean und Tessa Ott (Anna Pieri Zuercher, Carol Schuler) könnte schon fast der letzte sein. Denn es funkt einfach nicht zwischen den beiden. Im Gegenteil. Wie wir sehen werden, versagt Tessa in einem entscheidenden Moment auch noch so jämmerlich, dass Isabelle fast drauf geht. Kein Wunder, dass diese aus Zürich wieder weg will. So schnell es geht.

Natürlich haben Stefan Brunner und Lorenz Langenegger (Buch) das gestresste Pärchen jetzt nicht aus dem „Tatort“ geschrieben, sondern in eine verwinkelte Mordgeschichte. Ja, in einen galoppierenden Thriller, den Regisseurin Viviane Andereggen schließlich zu einer echten Feuertaufe für die beiden trimmt. Es lohnt sich, den Zickenkrieg ausnahmsweise mal durchzuhalten und den ganzen Krimi zu sehen.

In einer Luxus-Villa am Zürichberg wird Unternehmer Hans-Konrad Chevalier tot aufgefunden – erschlagen und erschossen. Aber wer legt schon den Chef einer noblen Schokoladenfabrik um? Noch dazu so brutal? Eine Beziehungstat?

Verdächtige finden sich alsbald zuhauf – von Töchterchen Claire (Elisa Plüss), die die Firma längst leitet, über deren raffgierigen Verlobten (Urs Jucker) bis zur umtriebigen Frau Mama (Sibylle Brunner), die ihrem Sohn nie über den Weg getraut hat.

Doch der Fall schlägt unerwartete Haken. Und wir erleben eine Mörderjagd, die weit über ein Familiendrama hinausgeht. Plötzlich dreht sich der Mord nicht um das Erbe eines schwerreichen Patriarchen, sondern um ganz elementare Fragen der Menschlichkeit und Nächstenliebe. Denn Hans-Konrad Chevalier war in jeder Hinsicht ein exaltierter Mensch, der ebenso brutal herrschte, wie er liebte.

Was uns Zuschauer in dieser Widersprüchlichkeit nur begeistern kann. Oh ja, das Duo Grandjean und Ott schaukelt sich gegenseitig in immer höhere Sphären der Krimi-Kunst. Und je anspruchsvoller der Fall, desto feiner das Spiel von Zuercher und Schuler.

Das sieht gut aus, was da in Zürich heranwächst.

Sonntag, 20.15 Uhr, ARD