Bizarres Psychodrama auf Norderney (Kopie)

Zum „Polizeiruf: 110" aus Brandenburg/Polen vom Sonntag, 31.01.2021: "Monstermutter"

31.01.2021, 20:15 Uhr

Noch einmal geraten sich die Brandenburger "110"-Kommissare Lenski und Raczek in die Haare (Maria Simon, Lucas Gregorowicz). Doch ihr letzter gemeinsamer Fall wird zur Schicksalsfrage für Olga. (Foto: RBB)

Lustig wird das nicht – dieser Abschied von Maria Simon als „110“-Kommissarin Olga Lenski im Grenzland zwischen Brandenburg und Polen. Denn zum einen liegt sie mal wieder mit Kollege Adam Raczek über Kreuz (Lucas Gregorowicz), weil sie ihm ihre Kündigung verschwiegen hat. Und zum anderen kann sie ihren Resturlaub nicht antreten, da sie Dienststellenleiter Karol Pawlak (Robert Gonera) unverhofft zurückpfeift. In Frankfurt (Oder) wurde eine Jugendamtsmitarbeiterin angegriffen und tödlich verletzt.

Schlimmer noch: Die Täterin, Louise Bronski, genannt „Lou“ (Luzia Oppermann), eine scheinbar durchgeknallte und eben aus dem Knast entlassene junge Frau, nimmt Olga kurz darauf als Geisel. Denn der notorischen Gewalttäterin ist jedes Mittel recht, um ihre Tochter Lilly wiederzusehen, die bei Pflegeeltern auf dem Lande lebt. Ihr Deal mit der Polizei: „Lilly für Olga“.

Mit Olga im Schlepp, macht sie sich auf den Weg zu Lilly. Und niemand scheint sie aufhalten zu können. Weder Raczek noch Lou’s Mutter (Jule Böwe). So kommt es auf dem Hof der Pflegeeltern zum Showdown mit dem SEK, das, schwer bewaffnet, Lou’s nächste Gewalttat verhindern will.

Christian Bach (Buch, Regie) zelebriert den Abschied von Maria Simon als packendes Roadmovie, in dem er die zwei ungleichen Frauen, Olga und Lou, aneinander kettet, auf Leben und Tod. Beide haben ihre Ideale und ihre – Ängste. Und beide sind entschlossen, bis zum Äußersten zu gehen, um ihre Ziele zu erreichen. Die resolute aber auch einsame Kriminalistin. Und die vom Leben gebeutelte und zu oft im Stich gelassene Kidnapperin.

So erleben wir Maria Simon in einem finalen Schicksalskampf, der ihr und ihrer Figur noch einmal alles abverlangt. Denn Luzia Oppermann, die junge Wilde mit dem Uma-Thurman-„Kill-Bill“-Touch, kommt frisch von der Schauspielschule und hat offenbar nichts Besseres vor, als einer gestandenen Mimin wie ihr ordentlich Paroli zu bieten.

Ein großartiges Duell, ein großartiges Schau-Spiel der beiden Frauen! Und ein würdiger Abschied für Olga Lenski!

Sonntag, 20.15 Uhr, ARD