Rezensionen

„Mythos Titanic“ war gestern. Denn über die berühmteste Katastrophe der zivilen Schifffahrt ist seit der Entdeckung des Wracks 1985 alles gesagt und geschrieben worden. Was den maritimen Grusel von Schiffsfriedhöfen und Unterwasserschatzsuchen aber keineswegs schmälert. Im Gegenteil ...

Es klingt wie eine Drohung: „Die deutsche Filmförderung. Eine Evaluation.“ Aber was Oliver Castendyk, seines Zeichens Chef des Babelsberger Erich-Pommer-Instituts, mit seinem Buch jetzt vorgelegt hat, ist nichts Geringeres, als eine gelungene Quadratur des Kreises ...

Auf einer Tagung mokierte sich jüngst Christoph Kleßmann vom Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam darüber, dass die akademische Geisteswissenschaft in der Öffentlichkeit kaum eine Rolle spiele, da sie nicht „medienkompatibel“ sei. Recht hat er, denn längst sind es Schriftsteller, Fernsehpublizisten oder Politiker, die historische Themen im öffentlichen Diskurs besetzen ...

Neulich bei „Kerner“, es ging zum 554. Mal um das „Wunder von Bern“, da hockte Jürgen Sparwasser zwischen Altkanzler Kohl und Fußball-Tycoon Netzer und wollte kein Wässerchen trüben. Denn seit seinem Heber von 1974, als sich Torwächter „Sepp“ vergeblich auf dem WM-Rasen kugelte und es im Klassenkampf DDR-BRD plötzlich 1:0 stand, übt sich die Magdeburger Fußball-Legende in Bescheidenheit ...

Das Gekicher von Tom Hulce als „Amadeus“ in Milos Formans Mozart-Epos, dieses irre Gewieher wider die Wiener Etikette, ja, es trifft Knorkator auf den Punkt. Stand und steht dies alberne „A-hahahahaaa“ doch für die simple Symbiose von Genialität und Blödelei ...

Kein Mensch kennt „Putumayo“, das kleine Plattenlabel mit dem Folklore-Touch. Wen wundert’s, Weltmusik ist schließlich was für Sandalentrotter und hat in den Aufreißhöhlen der Chartdiskotheken nichts verloren. Doch Firmengründer Dan Storper kam Anfang der 90er auf die Idee, aus seinem Klamottenladen „Putumayo“ ein ganzes Kulturnetzwerk zu basteln ...

Was Sie schon immer über das TV-Geschäft und seine Verheerungen am menschlichen Geist wissen wollten – es steht, wie jedes Jahr, auch im „Jahrbuch Fernsehen 2003“, angezettelt vom Adolf Grimme Institut ...

Was wären wir ohne unsere Helden? Die Griechen kamen nicht ohne sie aus – von Gilgamesch bis zu den Atriden -, die Römer nicht, und wir Germanen schon gar nicht. Die Sagen von Siegfrieds Nibelungen bis Dietrich von Bern waren Leitfäden für teutonisches Kämpfertum und ehrrühriges Blutrauschen. Helden gehören in unser Leben wie Gottesglaub und Märchen ...

Drei Blondinen, zwei Gangster – ein Boxring. Es dauert beinahe dreißig Sekunden, bis Brad Pitt nach einem Faustschlag zu Boden geht. In Super-Slow-Motion hebt es ihn aus den Latschen, die Zeitlupe macht seinen Körper schwerelos, so dass die Wucht des Treffers ihn zentimeterweise in die Höhe treibt, bis er waagerecht wie ein Brett in der Luft schwebt ...