Kolumnen

Lange würde ich nicht mehr durchhalten. Deshalb schrie ich jetzt: „Scha-hatz, so komm doch endlich. Ich hab sie gefunden!“ Mein linker Fuß, eingequetscht zwischen diesem blöden Stativ und dem Schornstein, verabschiedete sich genau jetzt in ein traumloses Koma ...

Manchmal ist es Sommer und einfach nur heiß. Tagelang. Wochenlang. Gewöhnlich schwitzt man sich die Seele aus dem Leib und flucht durch die Gegend, wie es alle tun. Hitzefrei. Dusche. Käsefüße. Einfältige Naturen denken natürlich nur an das Naheliegende. Leute mit Bildung grübeln immerhin: El Niño? Ozonloch? Atmosphärische Zirkulationen? Schön wär’s ...

Darauf habe ich wirklich gewartet: Paranoid-TV. Ich war nie ein Freund von Meat Loaf. Ich stand eher auf Robert Plant von Led Zeppelin. Und Black Sabbath. Das eine war Kunst, das andere – wohl auch. Die Zeiten waren eben heavy. In den 70ern. Wir trugen karierte Hosen oder robbten über die GST-Sturmbahn. Plant warf mit Kühlschränken durch die Hotels oder krächzte sein „Stairway to Heaven“ ...

Da war nichts zu wollen – Svenilein hatte einen Walfisch auf seinen Wunschzettel gemalt. Nicht ganz naturgetreu, freilich, aber sonst in angemessener Größe neben all den anderen Kleinigkeiten. Nunja, Rennautobahn, griechische Trommel, Lego-Piratenschiff und der fernlenkbare Truck waren schnell besorgt. Aber ein Walfisch? ...

Feierabend – was heißt das? Raus aus dem Büro, rein ins Vergnügen? Nee - das heißt: Computer aus, Computer an. Das heißt: Mails lesen, Online Banking, Surfen, Spielen, Briefchen schreiben. So sieht ein Feierabend aus. Meine Augen tränen weiter, meine Hände bleiben feucht und mein Stoffwechsel reagiert immer allergischer ...

Gerade als ich mir in dieser Toilette, in diesem Bahnhof, in dieser Stadt am Rande des Wahnsinns die Hände wusch; gerade als ich mir – mit nassen Händen und wasserfeuchten Augen – eines dieser Papierhandtücher angeln wollte, blinzelte etwas Grünes unter dem Waschtisch hervor. Ein Stück Papier, ein Fetzen, ein Irgendwas. Direkt zu meinen Füßen. Hä? ...

Endlich habe ich die neuen „Überweisungsvordrucke“ von meiner Bank erhalten. Also die, wo als Währung „EUR“ und nicht mehr „DM“ vorgegegeben ist. Ich bin froh, dass das doch noch vor Weihnachten geklappt hat, denn irgendwann muss man ja – zumindest als rechtschaffender Bürger - all die Gebühren-, Steuer- und Mieteneintreiber beglücken, bevor sie einem den ganzen Haushalt lahmlegen ...

Sechs Sekunden sind weg. Futsch, vorbei, vergessen. Wo war ich in diesen sechs Sekunden? Klar, ich hing wie ein Kartoffelsack am Bauch meines Tandem-Partners Rolf – in 4.000 Meter Höhe. „Mund zu! Quanten hoch!“ Das war das Letzte, was ich vor dem Sprung aus der Chesna noch mitbekam. Dann ging das Licht aus. Nicht wirklich ...

Jetzt weiß ich, weshalb alle Welt „Barbara Salesch“ in ihrer Robe bewundert. Warum fegt Kanzlei-Kokette „Ally McBeal“ die Straßen leer? Selbst in der dritten Wiederholung? Ich ahne es. Endlich. Und wenn mich die „Strafgerichte“, „Familiengerichte“ und „Jugendgerichte“ bis jetzt nie interessiert haben – ab heute sind sie meine absoluten Lieblinge ...

Jetzt gibt es kein Halten mehr. Der Tsunami aus längst verwässerten DDR-Monstern überrollt Deutschlands Küsten des guten Geschmacks. Und sogar des schlechten. Multimedial, quotenträchtig und meist mit verheerenden Folgen für die Ureinwohner. Back in the GDR! - Was soll das heißen, Sie können Ihr FDJ-Hemd nicht mehr finden? ...

Da war sie wieder – die Kriegserklärung der Russenmafia. Sicher schon zum zehnten Mal steckte hinter meinem Scheibenwischer ein gelbes Zettelchen: „Kaufe ihr gebrautes Auto. Anrufe mich unter 0172...“. Verdammt nochmal, gaben die denn niemals Ruhe? Ich war drauf und dran, den Wisch wie immer einfach wegzuwerfen, als ich die Unterschrift las: „Vitali M. Kalashnikov“ ...

Andy Warhol hatte ihn, Maradona hatte ihn, und Nostradamus hatte ihn auch. Natürlich berufen sich die Taliban erst recht auf ihn. Genau wie der Dalai Lama. Überhaupt – ohne ihn würde schließlich auch der Papst seinen Job verlieren ...